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Alltag in Novaesium

 

Das Kastell und die Zivilsiedlung zwischen Erftmündung und Meertal im Zeitalter des Limes und der Pax Romana (100 - 350 n. Chr.)

Ein Beitrag zum 1. Kapitel der Stadtgeschichte von Hans - Joachim Graul

Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Hans Joachim Graul für die Veröffentlichung im Neusser Marktplatz.

 

GRENZEN DER PRÄSENTATION VON STADT- UND KULTURGESCHICHTE IM MUSEUM

 

An die Entwicklung eines auf dauerhaften Bestand gegründeten Gemeinwesens, das zugleich Anziehungs- und Ausgangspunkt einer stadtähnlichen Besiedlung werden könnte, ist jedenfalls unter den politisch- militärischen Gegebenheiten des ersten Jahrhunderts nicht zu denken.

Erst nach Gründung der Provinz Niedergermanien (um 80 n. Chr.), die eine zivile römische Verwaltung erhält, beginnt hierzulande eine etwa zweihundert Jahre andauernde Friedens- und Blütezeit, von der auch Novaesium profitiert. Diese Epoche ist als „Pax Romana” in die Geschichte eingegangen und bedeutet in erster Linie die Gewährleistung eines bewaffneten Friedens an den Außengrenzen des römischen Reiches.

Hier am Rhein wird die Reichsgrenze durch den Ausbau des niedergermanischen Limes gesichert, der dem Verlauf des Flussufers folgt. Das Prinzip des „Römischen Friedens” bedeutet außerdem innenpolitisch: ein gewaltfreies Zusammenleben, Ordnung von Maßen und Gewichten, gemeinsame Sprache, einheitliche Währung und RechtsSicherheit. Die Wirtschaft kann sich kontinuierlich entwickeln und es soll für alle ein Höchstmaß an Toleranz und persönlicher Freiheit angestrebt werden.