Ihr Wegweiser: Startseite / Neuss Intern / Geschichte / Alltag in Novaesium

Zum Unternehmer Login Seite zu Favoriten speichern Kontakt aufnehmen Newsletter bestellen Sitemap Seite drucken

Alltag in Novaesium

 

Mit Hilfe großer Rahmensägen werden in Handarbeit aus den Rundhölzern alle Arten von Bohlen und Brettern, Balken oder Leisten geschnitten und für die Weiterverwendung oder den Verkauf auch als Bauholz - hergestellt und gelagert. Andere Schnitthölzer werden für die Herstellung von Kleinmöbeln, für Tische, Hocker oder Regale vorbereitet. Besonders widerstandsfähige Holzarten werden in der angegliederten Stellmacherei zu Rädern und Radscheiben verarbeitet. Dort werden auch alle Arten von Fahrzeugen hergestellt oder repariert. (Bild 24) In dem benachbarten Steinmetzbetrieb werden große Steinblöcke mit Pendelsägen zunächst in handliche Werkstücke zerlegt, aus denen dann die Steinmetzgesellen kunstvolle Bauteile: Rundsäulen, Kapitelle, Gesimse sowie Tür- und Fenstergewände fertigen. Besondere Kunstfertigkeit wird jedoch von den Bildhauern bei der Bearbeitung von Werkstücken verlangt, die zu Weihealtären oder zu Grabsteinen gestaltet werden sollen. Sie arbeiten deshalb in einer abgetrennten Werkstatt, wo den Wünschen der Auftraggeber durch individuelle Farbgebung und Inschriften weitgehend entsprochen werden kann. (Bild 25)

Bild 24: Sägewerk und Stellmacherei
Bild 24: Sägewerk und Stellmacherei

Bild 25: Steinmetzbetrieb
Bild 25: Steinmetzbetrieb

In einem durch eine niedrige Mauer eingefriedeten Bereich, der besonders ins Auge fällt, befindet sich ein in Niedergermanien weitverbreiteter „Umgangstempel“, dessen Gestalt sich aus keltischen und römischen Bauformen entwickelt hat. (Bild 27) Als Zeichen der Verehrung einheimischer Muttergottheiten, lat. matronae, ist dort im Freien und vor alten Bäumen ein Matronenkultbild aufgestellt. Es bildet den Mittelpunkt einer bescheidenen Blüten- und Blumenprozession, an der sich ausschließlich Frauen und Kinder beteiligen.

Bild 26: Tempelbezirk und Devotionalienhändler
Bild 26: Tempelbezirk und Devotionalienhändler