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Alltag in Novaesium

 

Handwerk aus, z. B. als Gürtler oder Schuhmacher; ihre Frauen - in der typischen Tracht der Ubierinnen, zu der insbesondere weiße, runde Kopfhauben gehören - stellen mit Hilfe hoher Webstühle Webwaren aller Art, z. B. Stoffe und Bänder, für den eigenen Bedarf wie auch für den Weiterverkauf her. (Bild 29) Die Mütter sind oft mit mehreren Kindern gesegnet. Sie leben mit den Soldatenvätern in einer eheähnlichen Gemeinschaft, auch wenn die Ehepartner einander erst nach der Entlassung aus dem aktiven Militärdienst heiraten dürfen. Davon unbeeindruckt beschäftigen sich die Kinder mit den beliebten Spielarten im Freien.

Bild 29: Ubisches Wohnhaus und das Römerbad
Bild 29: Ubisches Wohnhaus und das Römerbad

Bild 30: Rasthaus (Mansio)
Bild 30: Rasthaus (Mansio)

Die Reisenden haben überdies hier die Gelegenheit, sich im hauseigenen Bad zu erfrischen und zu übernachten. (Bild 30) Dem außergewöhnlichen Reinlichkeitsbedürfnis dient das große Römerbad. Ehemals nur für die Legionäre in der Festung gelegen, befindet es sich jetzt als gemeinschaftlich betriebene aber getrennt benutzte Badeanlage für Soldaten und Zivilisten außerhalb der Kastellmauern dicht am Rheinufer. (Bild 31) Im Anschluß an die Umklei de- und Toilettenräume sind die Badebecken in der erprobten Raumfolge von „lauwarm“ über „warm“ und „heiß“ nach „kalt“ einander zugeordnet. Das große „Heißbadebecken mit den Schwitzräumen” wird von einem vor unerwünschter Abkühlung schützenden Tonnengewölbe überspannt, welches auch die besondere Zweckbestimmung dieses Gebäudes kennzeichnet.