Alltag in Novaesium
Töpferwaren, Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und Bekleidung, der Gebrauch von Werkzeug und Waffen, die handwerkliche Bearbeitung von Holz und Stein, weitgehend unterblieben. Die Frage drängt sich zwangsläufig auf: Wie kann eine insoweit entstandene oder bestehende Lücke geschlossen werden? Und mit welchen Mitteln kann dem Publikum ein möglichst anschauliches Bild des Zusammenlebens der damaligen Bevölkerung von Novaesium auf den hauptsächlichen Tätigkeitsfeldern, z. B. der militärischen Grenzsicherung, Verkehr und Landwirtschaft, Ernährung, Markt und Gastronomie, Gewerbe; Technik, Hausbau, Handwerk, Vermessung, Totenkult, Glaube u. a. m. vermittelt werden?
Die in dieser Hinsicht naheliegende Möglichkeit, das Leben jener Blütezeit des Altertums für Novaesium in einem „Archäologischen Park” oder mit Hilfe einer „Traditionsinsel” an Ort und Stelle, z. B. im Bereich der ehemaligen „Römerlager” mit rekonstruierten Bauten, einem Mauerstück mit Turm und Tor, einem Stabsgebäude oder Tempel, zu veranschaulichen, (wobei auch an eine nachträgliche Würdigung der Verdienste des allseits hochverehrten Constantin Koenen um die Archäologie der
Stadt zu denken wäre) sind in Neuss ungenutzt verstrichen und heutzutage nur noch unter großem Aufwand nachzuholen.
Seit einigen Jahrzehnten besteht jedoch, wie aus vergleichbaren Vorhaben zu entnehmen ist, die Möglichkeit, bedeutende historische Ereignisse, das historische Stadtbild oder – den kulturhistorisch bedeutsamen Zeitabschnitten entsprechend – das tägliche Leben in Einzelszenen vor dem Hintergrund der örtlichen Topographie modellhaft darzustellen. Auf diese Weise kann die Vergangenheit zumindest mit Hilfe verkleinerter aber plastischer Darstellungen als Momentaufnahme veranschaulicht werden. Bedeutung und Bewertung einer „Musealen Präsentation der Geschichte des Stadtraumes” sind im „Neusser Jahrbuch von 1996”, S. 51 ff., ausführlich behandelt.
Die „Blütezeit von Novaesium” bietet einen idealen Anlaß für die museale Präsentation des „Alltags- Lebens im Kastell und in der zugehörigen Zivilsiedlung” durch ein Modell - Diorama, das nachfolgend beschrieben und erläutert wird.

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