Alltag in Novaesium
Ein Teil der Bogenschützen ist zum Wachdienst auf den Wehrgängen und den Tortürmen eingeteilt, andere sind vor den Kastelltoren postiert. Eine Centurie ist damit beschäftigt, die Waffen und Ausrüstung instandzuhalten (Putz- und Flickstunde!), während andere Angehörige der Stubengemeinschaft die gemeinsame Hauptmahlzeit vorbereiten (Bild 6).
Wachdienst, Ausbildung und Werkstattarbeit machen hungrig! Es gibt keine Gemeinschaftsküchen. Die Wohn- und Schlafgemeinschaften der Centurien und der Reiterei (lat. Contuberniae) müssen ihre Mahlzeiten jeweils in eigener Regie vor- und zubereiten. Woher kommen die zur Ernährung der Truppe notwendigen Lebensmittel und Rohstoffe? Wer sorgt für deren Anbau, Aufbereitung und Anlieferung?

In den Werkstätten werden Möbel hergestellt, in der Schmiede Ausrüstungsstücke erneuert. Ein Reitertrupp läßt den Hufbeschlag erneuern, bevor er zur Streife in das Umland des Kastells ausreitet.

Bild 7: Teilansicht der Villa Rustica
Und wie wird sichergestellt, daß die Kohorte u. a. die benötigten Rohmaterialien für Bekleidung und Schuhwerk erhält?
Dies geschieht in erster Linie durch militäreigene und durch private Guts- oder Bauernhöfe, die in der Umgebung bestehen und die in der Regel Viehzucht, Garten- und Obstbau sowie Ackerbau betreiben. Einer der zahlreichen in Novaesium und seiner Umgebung nachgewiesenen Gutshöfe ist als Beispiel für eine Vielzahl vergleichbarer Landwirtschaftlicher Betriebe unmittelbar neben dem Kastell dargestellt.

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