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Rundgang durch 2000 Jahre Neuss

 

110 Jahre später fiel die stolze Stadt durch List kampflos den Truppen des abtrünnigen Kölner Erzbischofs Gebhard von Truchseß in die Hände. Bei der Wiedereroberung 1586 durch den Fürsten Alexander Farnese, Herzog von Parma, kam es zu einer Feuersbrunst. Mehr als zwei Drittel von Neuss wurden vernichtet, darunter fast alle bedeutenden Gebäude mit ihrem Inventar. Das Münster erlitt schwerste Schäden. Das Schicksal der Stadt wurde allgemein bedauert, jedoch mischte sich in das Mitgefühl auch leiser Spott. Zu sehr hatten sich die Neusser nach dem Erfolg ein Jahrhundert zuvor in Sicherheit geglaubt. Bedauerlich war der Verlust der einst mächtigen Vorrangstellung infolge dieses Religionszwistes, auch das Münzrecht entfiel. Auf Jahrzehnte blieb der Weg in die Zukunft ungewiss.

 

Nur langsam erholte sich die Stadt. Der Wiederaufbau schleppte sich hin. Betroffen von den Schäden des Kölner Krieges waren vor allem die Befestigungsanlagen. Ein Umstand, der sich im 30jährigen Krieg bemerkbar machte. Kampflos musste sich Neuss 1643 auf eine Besetzung durch hessische Truppen einlassen, die erst 1651 die Stadt wieder verließen.

 

Die anschließende Friedenszeit war nur von kurzer Dauer. Das Jahrhundert blieb unruhig. Neue kriegerische Verwicklungen und ein Bündnis des Kölner Kurfürsten Max Heinrich mit Ludwig IX führten 1672/73 und 1678 Franzosen in die Stadt. Der Krieg zwischen Frankreich und Österreich um die spanische Erbfolge, der 1701 ausbrach, ließ die Neusser abermals Bekanntschaft mit französischem Militär machen. Erst mit dem Ende des Erbfolgekrieges 1714 begann sich das Leben zu normalisieren, regte sich neuer Baueifer. Einige noch erhaltene barocke Giebel an der Oberstraße und die historischen Häuser am Auslauf der Michaelstraße wurden damals errichtet. Auch die Sebastianuskirche stammt aus dieser Zeit.

 

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